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Nr. 122 Ministerrat, Wien, 18. September 1848 - Retrodigitalisat (PDF)

  • RS.; P. Marherr; VS. Wessenberg; BdE. 18. 9. und anw. Doblhoff, Latour, Krauß, Bach, Hornbostel, Schwarzer, Wessenberg.

MRZ. 3130 –

Protokoll der Sitzung des Ministerrates vom 18. September 1848 unter dem Vorsitze des Conseilspräsidenten etc. Freiherrn v. Wessenberg.

I. Drängen auf Beantwortung der Staatsschrift über die Aufrechterhaltung der Pragmatischen Sanktion durch die Ungarn

Nachdem die mit Ah. Kabinettschreiben vom 31. August 1848 1 dem ungrischen Ministerium zur Beantwortung der Staatsschrift des diesseitigen Ministeriums über die Modalitäten der Vereinbarung beider und Aufrechthaltung der Pragmatischen Sanktion anberaumte 14tägige Frist fruchtlos verstrichen ist2, so wurde der Beschuß gefaßt, Sr. Majestät mittelst besondern Vortrags um die Ah. Verfügung zu bitten, daß diese Angelegenheit bei Sr. k. k. Hoheit dem Herrn Erzherzog Palatin von Ungern in Erinnerung gebracht und auf die unverweilte Erstattung der erwarteten Beantwortung gedrungen werde3.

II. Begünstigung für die Bürgergrenadierkompanie aus Prag

Der Minister des Inneren drückte den Wunsch aus, daß bei Sr. Majestät für die von Prag hieher gekommene Bürgergrenadierkompanie4 – statt der ihr gegen seinen Antrag vom 15. d. abgeschlagenen Gnade, die Wache in Schönbrunn beziehen zu dürfen – wenigstens die Begünstigung erwirkt werde, vor Se. Majestät defilieren zu dürfen; wofür der unterzeichnete Ministerpräsident sich bei Sr. Majestät verwenden zu wollen erklärte5.

III. Verhalten der ungarischen Deputation

Eine am Schlusse der Sitzung an den Minister des Inneren gelangte Meldung, daß die ungrische Deputation an das österreichische Volk soeben, jedoch unter geringer Teilnahme des Publikums – mit einer ungrischen Fahne an der Spitze und zeitweiser Haranguierunga des Pöbels ihren Einzug durch die Stadt halte, gab bei dem Umstande, || S. 639 PDF || wo heute keine Reichstagssitzung, mithin der Weg dahin der Deputation versperrt ist, zu ernsten Besorgnissen, also auch zu Maßregeln dagegen keinen Anlaß6.