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Nr. 490 Ministerkonferenz, 22. Februar 1859 - Retrodigitalisat (PDF)

  • RS.; P. Marherr; VS. Buol-Schauenstein; BdE. und anw. (Buol 22. 2.), gesehen Bach 22. 2., Thun, Toggenburg, Bruck, Nádasdy 22. 2., Für Se. Exzellenz den Herrn Ersten Generaladjutanten Sr. Majestät Kellner 23. 2.; abw. Kempen.

KZ. 652

Protokoll der zu Wien am 22. Februar 1859 abgehaltenen Ministerkonferenz unter dem Vorsitze des Ministers des kaiserlichen Hauses und des Äußern Grafen v. Buol-Schauenstein.

[I.] Getreideausfuhr aus der Lombardei

Der Generaladjutant Sr. Majestät FML. Freiherr v. Kellner referierte über eine telegraphische Anzeige des Kommandierenden der 2. Armee FZM. Grafen Gyulai, daß die Getreideausfuhr aus der Lombardie sehr stark und im Zunehmen begriffen, von der piemontesischen Regierung aber ein Gesetz den Kammern vorgeschlagen worden sei, die Ausfuhr von Fourage über die lombardische Grenze zu verbieten, mit der Anfrage, ob nicht österreichischerseits die Getreideausfuhr zu verbieten sei1.

Die Konferenz war nach dem Einraten des Ministers des Inneren der Ansicht, daß dieses nicht zu geschehen hätte, weil zu einer Repressalie dermal keine Ursache vorliegt, Getreide eigentlich nicht wie Pferde oder Fourage zu Kriegsbedürfnissen gerechnet werden und an Getreide aber solche Vorräte vorhanden sind, daß keine Beeinträchtigung der Approvisionierung, wohl aber eine den Produzenten nachteilige Absatzverengerung zu besorgen wäre, weil endlich das Verbot nicht wirksam zu handhaben wäre, indem das Getreide über die Nachbarstaaten und sofort zur See ausgeführt und dessen Verschiffung auf dem freien Po gar nicht verhindert werden könnte. In keinem Falle könnte eine Maßregel solcher Art ohne Einvernehmen der Landesautoritäten angeordnet werden.

Ah. E. Ich nehme den Inhalt dieses Protokolls zur Kenntnis. Franz Joseph. Wien, den 25. Februar 1859.