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Nr. 80 Ministerkonferenz, Wien, am 8. Jänner 1853 - Retrodigitalisat (PDF)

  • RS.; P. Wacek; VS. Buol-Schauenstein; BdE. und anw. (Buol 9. 1.), Bach 11. 1. (III) , Thun, Csorich, K. Krauß, Baumgartner; abw. Thinnfeld, Stadion.

KZ. 28 – (Prot. Nr. 2/1853)

Protokoll der am 8. Jänner 1853 in Wien abgehaltenen Ministerkonferenz unter dem Vorsitze des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten und des kaiserlichen Hauses Grafen v. Buol-Schauenstein.

I. Auszeichnung für den Starosten Ludwig v. Udrycki

Der Finanz- und Handelsminister Ritter v. Baumgartner eröffnete sein Vorhaben, bei Sr. Majestät auf die Ag. Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes an den k. k. österreichischen Starosten1 zu Bottoschan in der Moldau Ludwig v. Udrycki anzutragen. Derselbe dient beinahe 25 Jahre als solcher in Bakon, Piatra und Roman unentgeltlich, hat sich besonders im Jahre 1848 ausgezeichnet, wo er außer seinem unerschrockenen Benehmen auch Geldopfer zur Förderung des Ah. Dienstes brachte, und überhaupt sein Amt so versehen, daß ihm die vollste Zufriedenheit seiner Vorgesetzten, insbesondere des k. k. Konsuls von Jassy Barons Testa nicht versagt werden konnte. Bei der sehr belobten Dienstleistung des Starosten Udrycki und bei der Schwierigkeit, für solche Ämter Leute in jenen Gegenden zu erhalten, erklärte sich die Konferenz, nachdem der Minister des Äußern in dem vorausgegangenen schriftlichen Wege seine Zustimmung bereits gegeben hatte, mit dem Antrage des referierenden Ministers vollkommen einverstanden2.

II. Taxen für die Erhebung des Agramer Bistums zur kroatisch-slawonischen Metropole

Der Minister des Kultus und des öffentlichen Unterrichtes Graf Leo Thun bemerkte, daß vor ungefähr anderthalb Jahren der Bischof von Agram zum Metropoliten über einige früher unter dem Erzbischofe von Kalocsa gestandene Diözesen von Sr. Majestät erhoben und daß wegen des Erzbistums Agram Verhandlungen mit Rom geführt worden seien, die jetzt erst beendigt sind und zu dem beabsichtigten Ziele geführt haben3. Der Minister bemerkte weiter, daß von Rom eine Note über den Taxbetrag von 2015 f. 15 Kreuzer aus dem erwähnten Anlasse mittelst Wechsels an das Ministerium des Äußern gekommen sei, um dessen Bezahlung es sich nun handelt. Taxen aus Anlaß von kirchlichen Organisierungen seien immer vom Ärar übernommen und bezahlt worden. Auch die in der Rede stehende betreffe nicht eine persönliche Angelegenheit des Bischofs in Agram, sondern eine Kirchensache im allgemeinen und komme demnach vom Ärar zu bezahlen.

|| S. 400 PDF || Der referierende Minister beabsichtigt, diesfalls einen au. Vortrag an Se. Majestät zu erstatten und den erwähnten Antrag zu stellen, wozu er bei dem Umstande, daß die Taxzahlung nach Rom in solchen Angelegenheiten immer vom Ärar geleistet wurde, nicht nur die Zustimmung des Finanzministers, sondern auch aller übrigen Konferenzglieder erhielt4.a

III. Militärstrafgesetz (= Sammelprotokoll Nr. 81)

Der Kriegsminister FML. Freiherr v. Csorich setzte hierauf seinen Vortrag über das Militärstrafgesetzbuch für die österreichische Monarchie fort, worüber das Nähere in dem darüber besonders aufgenommenen Protokolle vorkommt5.

Ah. E. Ich habe den Inhalt dieses Protokolls zur Kenntnis genommen. Franz Joseph. Wien, 12. Jänner 1853.