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Nr. 190 Ministerrat, Wien, 17. Dezember 1917

RS. fehlt; Ministerratsvortrag zu Tagesordnungspunkt XI.

P. Ehrhart; VS. Seidler; anw. Höfer, Toggenburg, Ćwikliński, Mataja, Banhans, Schauer, Homann, Wimmer, Žolger, Czapp, Twardowski, Horbaczewski, Wieser, Silva-Tarouca.

KZ. 76 – MRZ. 60

I. Frage der Beantwortung einer eventuellen Interpellation über einen militärischen Verrat in der Gegend von Carzano

[I.–X. fehlt.]

Zu XI. Erwirkung des Ritterkreuzes des Leopoldordens für den Hofrat der niederösterreichischen Finanzlandesdirektion Dr. Robert Böhm und den Hofrat der Generaldirektion der Tabakregie Ernst Derflinger

Zu XI. ℹ️ Quelle: Ministerratsvortrag Finanzminister in Fa., FM., Präs., Bd. a.Nr. 67 (Vorträge des Herrn Finanzministers im Ministerrat 1917)a .

Vortragender Minister: Finanzminister.

[Dr. Robert] Böhm, geboren 1859, trat 1880 in den Staatsdienst ein, wurde im April 1913 zum Hofrate ernannt und im Juni l. J. wegen physischer Dienstunfähigkeit über sein Ansuchen pensioniert. Der Genannte hat sich bereits als junger Steuerreferent durch seine Befähigung hervorgetan, bei der Durchführung der Personaleinkommensteuerreform1 außerordentlich bewährt, sodann in verschiedenen Verwendungen als Leiter der Steueradministration für den II. Bezirk, als Steuerlandesinspektor sowie als Vorstand des Erwerbsteuerdepartements der Finanzlandesdirektion auch unter den schwierigsten Verhältnissen überaus ersprießliche Dienste geleistet und zuletzt vom Jahre 1905 an die Steueradministration für den VIII. und IX. Bezirk in anerkennenswerter Weise geleitet. Speziell die Leitung der letzteren Behörde, der die Besteuerung fast aller Wiener medizinischen Kapazitäten, ferner zahlreicher Bankdirektoren und Vertreter des Großkapitals obliegt, hat Böhm als eminenter Fachmann geradezu mustergiltig besorgt und das Ergebnis der Einkommensteuerveranlagung während der zehnjährigen Leitung um rund 9½ Millionen Kronen erhöht. In Würdigung der vieljährigen verdienstvollen und erfolgreichen Betätigung Böhms beabsichtigt der Finanzminister für denselben die Ag. Verleihung des Ritterkreuzes des Leopoldordens mit Nachsicht der Taxe zu beantragen und erbittet hiezu die Zustimmung des Ministerratesb .

[Ernst] Derflinger, geboren 1857, wurde 1879 in den Staatsdienst aufgenommen, 1912 zum Hofrat ernannt und im Oktober l. J. wegen physischer Dienstunfähig über sein Ansuchen in den dauernden Ruhestand versetzt. Er besitzt seit 1908 den Orden der Eisernen Krone III. Klasse. Derflinger, ein Beamter von hervorragenden persönlichen und dienstlichen Eigenschaften hat als Approbant der wichtigen Agenden des Tabakbaues, der Tabakeinlösung im Inlande, der Sicherstellung der Ökonomieartikel und der Geldverrechnung sowie des Tabakverschleißes eine äußerst ersprießliche Tätigkeit entfaltet. Die Generaldirektion der Tabakregie besaß in ihm einen eminenten Fachmann, der, stets von hohen Pflichtgefühlen geleitet, das dienstliche Interesse in erfolgreichster Weise zu wahren verstand. In Anerkennung der musterhaften Dienstleistung Derflingers beabsichtigt der Finanzminister für den Genannten die taxfreie Verleihung des Ritterkreuzes des Leopoldordens zu beantragen und erbittet hiezu die Zustimmung des Ministerratesc,2.

XII. Mitteilung des Ministers für Landesverteidigung, betreffend die in den Delegationen erörterte Frage über die personellen Leistungen Österreich-Ungarns im gegenwärtigen Kriege

[XII.–XIII. fehlt.]

[Keine Ah. E. Protokoll wurde nicht mehr resolviert.]