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Nr. 125 Ministerrat, Wien, 9. Dezember 1916

RS. fehlt; Ministerratsvorträge zu Tagesordnungspunkten XVII–XXI; Wortlaut und Datum der Ah. Entschließung: Hhsta., Kabinettskanzlei, Protokoll 1916.

P. Ehrhart; VS. Koerber; anw. Klein, Georgi, Hussarek, Trnka, Schwartzenau, Bobrzyński, Stibral, Marek, Schaible, Clam-Martinic.

  • I. Verhandlungen über den österreichisch-ungarischen Ausgleich.
  • II. Verfassung von au. Anträgen in Personalangelegenheiten in möglichster Kürze und in Tabellenform.
  • III. Erwirkung einer kaiserlichen Verordnung betreffend die zeitweilige Einstellung der Wirksamkeit der Geschwornengerichte.
  • IV. Erwirkung des Ritterkreuzes des Leopoldordens für die Hofräte des Obersten Gerichts- und Kassationshofes Josef Sułkowski, Dr. Anton Guglielmi, Franz Dukić und Michael Gabrielčič.
  • V. Erwirkung des Komturkreuzes des Franz-Joseph-Ordens mit dem Stern für den Geheimen Oberregierungsrat Schlosser im preußischen Ministerium des Innern und den Geheimen Oberregierungsrat Kamm im badischen Ministerium des Innern.
  • VI. Ernennung des Landesschulinspektors Dr. Ignaz Wallentin zum Hofrate ad personam.
  • VII. Erwirkung des Adelstandes für den Ministerrat Alfred Foltz.
  • VIII. Einreihung des Ministerialrates im Ministerium des Innern Dr. Robert Davy in die IV. Rangsklasse der Staatsbeamten ad personam.
  • IX. Erwirkung des Ritterkreuzes des Franz-Joseph-Ordens für den Primararzt des Kaiserin-Elisabeth-Spitals Dr. Rudolf Freiherrn v. Seiller, den Primararzt im Kaiser-Jubiläums-Spitale der Stadt Wien Dr. Dominik Pupovac, und den praktischen Arzt Medizinalrat Dr. Karl Fürth.
  • X. Erwirkung des Ritterstandes für den öffentlichen Gesellschafter und Mitchef der Firmen „M. & I. Mandl“ und „M. Mandl’s Söhne“ in Wien, Max Mandl.
  • XI. Erwirkung einer kaiserlichen Verordnung, womit die Funktionsdauer jener wirklichen Mitglieder der Handels- und Gewerbekammern, deren Mandatsdauer bis 31. Dezember 1914 reichte, neuerlich verlängert wird.
  • XII. Erwirkung des Komturkreuzes des Franz-Joseph-Ordens für den Hofrat der Post- und Telegrafendirektion in Wien Franz Mayer.
  • XIII. Erwirkung des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse für den Seeoberinspektor in Ragusa, Hermann v. Mirošević-Sorgo.
  • XIV. Erwirkung des Ritterkreuzes des Franz-Joseph-Ordens für den österreichischen Staatsangehörigen Josef Müller, Ingenieur im Studienbüro der Torpedofabrik Whitehead in Fiume.
  • XV. Erwirkung des Ritterkreuzes des Franz-Joseph-Ordens für den Industriellen Theodor Graf in Suchenthal.
  • XVI. Erwirkung einer kaiserlichen Verordnung über die Einführung eines Monopols für künstliche Süßstoffe.
  • XVII. Erwirkung des Titels und Charakters eines Oberfinanzrates für den Finanzrat Anton Orthaber.
  • XVIII. Erwirkung des Titels und Charakters eines Rechnungsdirektors für den Oberrechnungsrat und Vorstand des Rechnungsdepartements der Finanzlandesdirektion in Graz Wilhelm Grunert.
  • XIX. Erwirkung des Ritterkreuzes des Franz-Joseph-Ordens für den Finanzrat Dr. Rudolf Löw.
  • XX. Erwirkung einer Pensionszulage jährlicher 1.000 K für den pensionierten Hofrat Peter Bucchich.
  • XXI. Erwirkung des Titels und Charakters eines Hofrates für den Oberfinanzrat Artur Felkl.
  • XXII. Erwirkung des Ritterkreuzes des Leopoldordens für den Ministerialrat Dr. Heinrich Schlesinger.
  • XXIII. Erwirkung des Ritterkreuzes des Franz-Joseph-Ordens für den Baurat im Eisenbahnministerium Josef Wolf.
  • XXIV. Erwirkung des Komturkreuzes des Franz-Joseph-Ordens mit dem Stern für den Generalinspektor der österreichischen Eisenbahnen Karl Wurth.
  • XXV. Ernennung des Ministerialrates im Ministerratspräsidium Emanuel Greif zum Ministerialrate extra statum im Ackerbauministerium und des mit dem Titel und Charakter eines Sektionsrates bekleideten Ministerialsekretärs im Ackerbauministerium, Dr. Eugen Kopetzky v. Rechtperg, zum Sektionsrat extra statum; Erwirkung des Ritterkreuzes des Leopoldordens für den Ministerialrat Emanuel Greif.

KZ. 54 – MRZ. 44

I. Verhandlungen über den österreichisch-ungarischen Ausgleich

[I.–XVI. fehlt.]

Zu XVII. Erwirkung des Titels und Charakters eines Oberfinanzrates für den Finanzrat Anton Orthaber

Zu XVII. ℹ️Quelle: Ministerratsvortrag Finanzminister in Fa., FM., Präs., Bd. a.Nr. 66 (Vorträge des Herrn Finanzministers im Ministerrat 1916)a .

Vortragender Minister: Finanzminister.

[Anton] Orthaber ist unter Berufung auf seine durch ein unheilbares Augenleiden verursachte, staatsärztlich nachgewiesene Dienstunfähigkeit um seine Versetzung in den dauernden Ruhestand eingeschritten, welchem Ansuchen in Gemäßheit des § 79 der Dienstpragmatik willfahrt werden wird. Während seiner ganzen Dienstzeit auf dem Gebiete des indirekten Steuerwesens verwendet, entfaltete Orthaber in diesem Dienstzweige auf verschiedenen Posten dank seinem umfassenden Fachwissen und seinem zielbewussten Vorgehen eine überaus ersprießliche Tätigkeit. Insbesondere hat er sich als Finanzwachinspektor, welche Funktion er durch volle 20 Jahre in den Finanzbezirken Bruck an der Mur und Marburg bekleidete, rastlos und mit dem besten Erfolge um die Disziplin und Ausbildung der Finanzwache bemüht. In Würdigung dieser Verdienste beabsichtigt der Finanzminister für Orthaber den Titel und Charakter eines Oberfinanzrates zu erwirken und erbittet hiezu die Zustimmung des Ministerrates1.

Zu XVIII. Erwirkung des Titels und Charakters eines Rechnungsdirektors für den Oberrechnungsrat und Vorstand des Rechnungsdepartements der Finanzlandesdirektion in Graz Wilhelm Grunert

Zu XVIII. ℹ️Quelle: Ministerratsvortrag Finanzminister in Fa., FM., Präs., Bd. a.Nr. 66 (Vorträge des Herrn Finanzministers im Ministerrat 1916)b .

Vortragender Minister: Finanzminister.

[Wilhelm] Grunert war zunächst 12½ Jahre im Rechnungsdienste der Wiener Finanzlandesdirektion, sodann mehr als 16 Jahre in verschiedenen Rechnungsdepartements des Finanzministeriums zur vollen Zufriedenheit seiner Vorgesetzten tätig. Im Jahre 1907 als Oberrechnungsrat an die Spitze des Rechnungsdepartements der Finanzlandesdirektion in Graz gestellt, hat er die daselbst bestandenen Mängel in verhältnismäßig kurzer Zeit behoben und auch weiterhin, namentlich unter den schwierigen Verhältnissen der Kriegszeit sehr Ersprießliches geleistet. Im Jahre 1908 wurde ihm das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen. Mit Ende Oktober d. J. wurde Grunert nach Vollendung des 38. Dienstjahres und im 66. Lebensjahre über sein Ansuchen in den dauernden Ruhestand versetzt. Aus diesem Anlasse beabsichtigt der Finanzminister für den Genannten in Würdigung der vieljährigen treuen Dienste ausnahmsweise den Titel und Charakter eines Rechnungsdirektors zu beantragen und erbittet hiezu mit Rücksicht auf die Ministerratsbeschlüsse vom 10. Mai 1899 und 13. September 1909 die Zustimmung des Ministerrats2.

Zu XIX. Erwirkung des Ritterkreuzes des Franz-Joseph-Ordens für den Finanzrat Dr. Rudolf Löw

Zu XIX. ℹ️Quelle: Ministerratsvortrag Finanzminister in Fa., FM., Präs., Bd. a.Nr. 66 (Vorträge des Herrn Finanzministers im Ministerrat 1916)c .

Vortragender Minister: Finanzminister.

[Rudolf] Löw, geboren 1876, seit 1901 im Prokuratursdienste und seit 1913 Finanzrat, zählt zu den tüchtigsten Beamten der niederösterreichischen Finanzprokuratur. Er leitet seit drei Jahren das Departement für die Angelegenheiten des k. u. k. Hofärars, des Staatsdienstverhältnisses, der öffentlichen Transportanstalten und der Schulen in vorzüglicher Weise und hat auf prozessualem Gebiete bedeutende, von den beteiligten Zentralstellen wiederholt belobend anerkannte Erfolge aufzuweisen. Seit Jahresfrist führt er den großen Prozess, den die Bauunternehmungen der Eisenbahnlinie Rudolfswert–Möttling–Landesgrenze Krain gegen das Ärar auf Zahlung von mehr als 8 Millionen Kronen angestrengt haben, mit derartigem Geschicke, dass die Kläger bestrebt sind, den Rechtsstreit durch Vergleich zum Abschluss zu bringen. In Würdigung dieser sehr ersprießlichen Tätigkeit beabsichtigt der Finanzminister für Dr. Löw das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens zu erwirken und erbittet hiezu die Zustimmung des Ministerrates3.

Zu XX. Erwirkung einer Pensionszulage jährlicher 1.000 K für den pensionierten Hofrat Peter Bucchich

Zu XX. ℹ️Quelle: Ministerratsvortrag Finanzminister in Fa., FM., Präs., Bd. a.Nr. 66 (Vorträge des Herrn Finanzministers im Ministerrat 1916).

Vortragender Minister: Finanzminister.

[Peter] Bucchich wurde mit Ende März 1916 wegen physischer Dienstunfähigkeit in den dauernden Ruhestand versetzt. Er hat während einer mehr als 35-jährigen Aktivität vorzügliche Dienste geleistet und auch als Stellvertreter des Finanzlandesdirektors in Zara, welche Funktion er seit 1912 innehatte, sich als Mann von gediegenem Fachwissen, lauterem Charakter und strengster Objektivität bestens bewährt. Seine Haltung war stets eine musterhafte und durchaus loyale. Die Behandlung seines Leidens (cerebrospinale Neurasthenie) erfordert namhafte Auslagen. Da Bucchich gänzlich vermögenslos ist und noch für zwei Töchter sowie einen in den Rechtsstudien stehenden, gegenwärtig Militärdienst leistenden Sohn zu sorgen hat, beabsichtigt der Finanzminister in Würdigung seiner anerkennenswerten Verdienste und mit Rücksicht auf seine materiellen Verhältnisse für ihn ausnahmsweise eine Pensionszulage jährlicher 1.000 K zu dem normalmäßigen Ruhegenusse von 10.800 K zu erwirken und erbittet hiezu im Sinne der Ministerratsbeschlüsse vom 23. Mai 1900 und 12. Februar 1910 die Zustimmung des Ministerrates4.

Zu XXI. Erwirkung des Titels und Charakters eines Hofrates für den Oberfinanzrat Artur Felkl

Zu XXI. ℹ️Quelle: Ministerratsvortrag Finanzminister in Fa., FM., Präs., Bd. a.Nr. 66 (Vorträge des Herrn Finanzministers im Ministerrat 1916)d .

Vortragender Minister: Finanzminister.

[Artur] Felkl wurde mit Ende Oktober 1916 krankheitshalber über sein Ansuchen in den dauernden Ruhestand versetzt. Er hat fast 35 Jahre – seit Jänner 1907 als Oberfinanzrat – in der niederösterreichischen Finanzverwaltung gedient, sich stets als ausgezeichneter Beamter von hingebungsvollstem Pflichteifer und reichen Fachkenntnissen vorzüglich bewährt und die vollste Zufriedenheit seiner Vorgesetzten erworben. Eine besonders ersprießliche Tätigkeit entfaltete er während seiner Verwendung beim Zentraltax- und Gebührenbemessungsamte sowie in den letzten Jahren als Leiter der Gebührenabteilung der Finanzbezirksdirektion in Wien. Da Felkl noch keine Ah. Auszeichnung besitzt, einer solchen aber nach seinem überaus verdienstvollen Wirken in hohem Maße würdig erscheint, beabsichtigt der Finanzminister für ihn anlässlich der erbetenen Pensionierung ausnahmsweise den Titel und Charakter eines Hofrates zu erwirken und erbittet hiezu mit Rücksicht auf das hierin gelegene Abgehen von dem Ministerratsbeschlusse vom 10. Mai 1899 die Zustimmung des Ministerrates5.

XXII. Erwirkung des Ritterkreuzes des Leopoldordens für den Ministerialrat Dr. Heinrich Schlesinger

[XXII.–XXV. fehlt.]

Ah. E. Ich habe den Inhalt dieses Protokolles zur Kenntnis genommen. Baden, 2. Februar 1917. [Karl.]